Im Beruf noch weiter arbeiten

  • Ich habe seit 2013 die Diagnose Ataxie Typ 2 bekommen. Bin seit dem immer noch Vollzeit arbeiten. Das klappte die ersten Jahre noch relativ gut. Seit einen halben Jahr habe ich das Gefühl es geht bald nicht mehr. Bin aber erst 54. Wie sind eure Erfahrungen? Fahre seit einem halben Jahr kein Auto mehr, habe jetzt ein Sesseldreirad bekommen. Bin ziemlich ratlos. Hoffe Ihr könnt mir einen Tipp geben. Denn noch wünsche ich allen ein schönes Wochenende.:)8)

  • Hallo Wolle


    Bei mir war mit 34 "Schichtende". Davor habe ich noch knappe 5 Jahre in Teilzeit gearbeitet, aber auch mit der Tendenz, dass es mir immer schwerer fiel.


    Heute, mit 51, bin ich über die Berentung eigentlich froh, klar, grade am Anfang fehlt einem der Beruf und die Struktur, aber auch ein gewisser gesellschaftlicher Status als Berufstätige sehr.


    Hast Du schon mal über eine Reha nachgedacht? Dort würde man dich ja schon auf die Belastungsfähigkeit hin überprüfen und entweder gehst Du gestärkt aus der Reha nach Hause oder die Berentung steht dann vielleicht ganz konkret im Raum.


    Das sind jetzt so meine Gedanken. Nur Du weißt, wie es dir wirklich geht.


    Alles Gute von Manu

    Liebe Grüße von Manu


    Denke nicht an das Gewinnen, doch denke darüber nach, wie man nicht verliert.

    Gichin Funakoshi

  • Schon einen Antrag auf Pflegegrad gestellt?

    Das würde ich, wenn noch nicht geschehen, gut vorbereiten.


    Denn auf dem Papier haben Behinderte in D viele Rechte, in der Praxis sieht es leider völlig anders aus.


    Gerade beim Pflegegrad muss man damit rechnen, dass man unfair behandelt wird.

    Es ist ratsam, eine fachkundige Person bei der Begutachtung hinzuzuziehen. Ich habe den Fehler gemacht, dies nicht zu tun und wurde unfair behandelt.

  • Mina

    was verstehst du unter "unfair"? ?(

    Schöne Grüße, Lori :)


    Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen (Heinrich Heine)




  • Moin :Hallo:


    auch wenn ich bei dem Thema weit von Erfahrungswerten entfernt bin, stelle ich mir die "sich anbahnende" Umstellung schwer vor. Trotzdem Hut ab vor deiner Sattelfestigkeit ;)

    Hast Du schon mal über eine Reha nachgedacht? Dort würde man dich ja schon auf die Belastungsfähigkeit hin überprüfen und entweder gehst Du gestärkt aus der Reha nach Hause oder die Berentung steht dann vielleicht ganz konkret im Raum.

    Den Gedanken finde ich gut. Aus dem "Gefühl es geht bald nicht mehr", wird dann ein bisschen mehr Gewissheit was geht und was nicht. Das erleichtert dir vielleicht manche Entscheidungen oder zeigt andere Wege auf.
    In meinem Rehaaufenthalt wurde das auch für mich auch klarer - ist aber eine ganz andere Situation.


    Schon einen Antrag auf Pflegegrad gestellt?

    Ich würde sagen, Eins nach dem Anderen..


    Viele Grüße!

    Umlaute sind ueberbewertet!

  • Mina

    was verstehst du unter "unfair"? ?

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    Unfair bedeutet für mich, wenn man merkt, dass man bei der Begutachtung nicht fair behandelt wird.

    Z. B. weil die Gutachter nicht alle Fragen stellen, die sie stellen müssten (siehe diese 6 Module, die es seit 2017 gibt) und dann -zufällig oder absichtlich?- genau die Punkte übergehen, bei denen man punkten könnte.
    Unfair ist auch, wenn der Gutachter die Begutachtungsrichtlinien, die er sicher kennt oder zumindest kennen sollte, ignoriert zulasten des Pflegebedürftigen.

    Unfair ist auch, wenn man im Bericht Dinge liest, die man nie gesagt hat, die aber einem in ein schlechtes Licht rücken können.

    Das sind nur einige der Punkte, die mir spontan einfallen.


    Wenn man sich im Internet "umsieht", findet man zu diesen Problemen genug Berichte von ebenfalls Betroffenen, die teils übelste Vorfälle dieser Art schildern.

    Man könnte daher glauben, dass die Gutachter danach bezahlt werden, wieviele Anträge sie abgelehnt oder wieviele Pflegegraderhöhungen sie abgewendet haben.

    Dass die Gutachter mit ihren Gutachten aber über Schicksale entscheiden und ein zu niedriger Pflegegrad dann zu gesundheitlichen Einbußen führen kann, wird wohl oftmals nicht bedacht oder ignoriert.


    Für mich ist dieses Begutachtungswesen keine gerechte Sache. Der Pflegegrad hängt mehr von Zufälligkeiten ab, als vom Pflegebedarf.

    Vor allem sollte eine Begutachtung nicht nur 30 oder 45 Minuten dauern, weil in so kurzer Zeit man kein gerechtes "Urteil" treffen kann.


    Daher empfehle ich auch, einen Sachverständigen bei der Begutachtung hinzuzuziehen, was leider wegen der Pandemie derzeit nicht so ohne weiteres geht.

    Vor allem sollte ein vom Pflegebedürftigen beauftragter Sachverständiger von der Pflegekasse bezahlt werden müssen, damit alle Pflegebedürftigen dieselben Chancen haben.

  • "Vor allem sollte ein vom Pflegebedürftigen beauftragter Sachverständiger von der Pflegekasse bezahlt werden müssen, damit alle Pflegebedürftigen dieselben Chancen haben."

    Mina

    Wovon träumst Du? :?:


    Liebe Grüße von Maria


    „Tapfer sein bedeutet, dass man sich abfindet mit dem, was einem zustößt und dass man versucht, das Beste daraus zu machen“

    John Irving
    (aus "Witwe für ein Jahr)

    Edited once, last by Maria ().

  • Huhu,

    bremse rein ihr Lieben ;) . Falls es ein Begehren gibt schubse ich das gern in einen anderen Thread, andernfalls lasst wolleK66 ersteinmal zu Wort kommen.


    Ich wünsche einen angenehmen Abend!

    Umlaute sind ueberbewertet!

  • wolleK66


    Asche auf mein Haupt, wollte Deinen Thread nicht mit OT-Beitrag unterbrechen :Versoehnung:

    Alles Gute!

    Liebe Grüße von Maria


    „Tapfer sein bedeutet, dass man sich abfindet mit dem, was einem zustößt und dass man versucht, das Beste daraus zu machen“

    John Irving
    (aus "Witwe für ein Jahr)

  • Hallo WolleK66, bei mir wurde die Ataxie mit 50 Jahren festgestellt. Ich war in einer Führungsposition und habe diese Tätigkeit noch ganze

    10 Jahre in Vollzeit ausgeübt, dazwischen bin ich alle 2 Jahre auf REHA, das hat mir immer sehr geholfen und war auch immer mal krank geschrieben.

    Nach 10 Jahren habe ich mich freiwillig versetzen lassen, dort konnte ich eine relativ ruhige Kugel schieben, aus finanziellen Gründen habe

    ich eine Teilzeitarbeit abgelehnt, obwohl die Aerzte mir das nahegelegt hatten, 3 Jahre habe ich dann noch mehr schlecht als recht durchgehalten und

    in dann mit 63 Jahren ohne Abzüge in Rente. Im nachhinein würde ich das nicht mehr machen, denn ich habe einpaar gute Jahre durch Arbeit

    verschenkt, es kommt auch darauf an, was du für eine Arbeit ausführst, manches kann man auch noch mit einer Ataxie machen, ich würde erstmal

    eine REHA beantragen, die koennen mit Tests ganz gut feststellen, was für dich in Frage kommt