• Anmeldefrist sind 12 Stunden innerhalb von Österreich, ist sicher eine gute Leistung der Bahn. Trotzdem lässt sich meine Rückreise praktisch nie planen.

    Mich stört hier auch, dass ich keinen "Lösungswillen" der Bahn erkennen kann. Bei uns im Land gibt's nur einen Bahnhof der eine Rampe hat, der wird jetzt zeitnah umgebaut und ratet einmal was im neuen Bahnhof fehlt ... die Rampe. Es ist zum Weinen ...

    War wie gesagt, ein Erfahrungsbericht. Ich glaub' nicht, dass WIR das Problem lösen können. Aber danke für eure Beiträge!

    Gruß Klaus

  • der wird jetzt zeitnah umgebaut und ratet einmal was im neuen Bahnhof fehlt ... die Rampe.

    Da weine ich mit. Das hat bestimmt auch Jemand hart erkämpft und lange dafür sensibilisiert und dann wird die nach dem Umbau einfach vergessen.

    Es ist vielleicht kein Trost, aber mit dem erarbeiten einer maximalen Frustrationstoleranz bist du nicht alleine. An diesen Themen sind selbst große Verbände seit zig. Jahren dran.

    Dann wird feierlich irgendwo mit Bühnenprogramm und Bratwurststand was eingeweiht und als Rollstuhlfahrer:in denkst du, äh, Leute ... da fehlt doch noch einiges ...

    Liebe Grüße von Manu

    Denke nicht an das Gewinnen, doch denke darüber nach, wie man nicht verliert.

    Gichin Funakoshi

  • Für eine normale Reise (Kurzstrecke mit einem Umstieg) benötige ich acht verschiedene Aufzüge. Ich fahre zweimal pro Monat und treffe jedes vierte bis fünfte Mal auf einen defekten Aufzug (aber ich habe noch NIE Techniker bei der Reparatur angetroffen).

    Das sind auch echt ne Menge. Wenn man in großen Städten die U-Bahn nutzt, hat man oft pro Fahrt auch immer min. vier Fahrstühle. Einen um auf die Umstieg- und Ladenebene zu kommen und einen zum Gleiß. Da war auch immer mal einer defekt. Meist konnte man sich aber irgendwie behelfen. Fahrt eine HS in die andere Richtung und umdrehen als Beispiel.

    Im normalen Überlandzug ist das aber unrealistisch.

    Mich stört hier auch, dass ich keinen "Lösungswillen" der Bahn erkennen kann.

    So eine richtige Lösung würde mich für das Problem auch nicht einfallen. Ein treppenfähiger Tansportrollstuhl wie ihn z.B. die Feuerwehr hat wäre denkbar. Aber wieder die Treppe hoch wird problematisch. Treppe runter muss auch gekonnt sein.

    Hast du eine Lösungsidee?

    Das man sich die Kosten bei einem Neubau bzw. Renovierung für Barrierefreiheit spart ist wohl zunehmend zu beobachten. Die politische Landkarte dürfte dazu beitragen.

    Umlaute sind ueberbewertet!

  • Bitte entschuldigt meine späte Antwort, aber ich bin neu im Forum und im Umgang nicht sehr geübt.

    Ein paar Lösungen fallen mir schon ein, aber ich möchte die Bahn nicht aus ihrer Verantwortung nehmen, ihre Investitionen zu Ende zu denken. So nach dem Motto "irgendwer wird sich schon etwas dabei dedacht haben". Weiters fehlt mir aber auch der Überblick über:

    • die Möglichkeiten der Bahn
    • die Anzahl und die unterschiedlichen Anforderungen der Anspruchsgruppen (Pensionisten, Eltern, Behinderte etc.)
    • warum Aufzüge statt Rampen verbaut werden.
  • Warum Aufzüge statt Rampen?

    zB

    Wegen des Wetters: Im Winter wegen Regen oder Schneefall bei Aufzügen im Freien

    wegen Höhenangst derNutzer: ich tue mich schon mit Aufzügen schwerer, die rundum verglast sind, wenn diese im Freien betrieben werden. Aufzüge erhöhen das Sicherheitsgefühl bei älteren Nutzern.

    Wenn parallel zu den Aufzügen auch Rampen vorhanden sind - wo dies Sinn macht - spricht nichts dagegen.

  • Das kann man relativ einfach umdrehen.

    Die Rampe kann man überdachen. Die Sicht von der Rampe aus kann man einschränken, sodass man mit Höhenangst kein Problem bekommt.

    Eine Rampe braucht idR. keine Energie um betrieben zu werden. Eine Rampe hat idR. keine beweglichen Teile die kaputt gehen können. Menschen mit Platzangst nutzen lieber die Rampe.

    So und nun? Für jedes Zipperlein ist was dabei.

    Der entscheidende Punkt ist doch die Kohle. Baukosten, Wartungskosten, Betriebskosten vs. Nutzen. Ich war auch schon an Bahnhöfen, wo es keine direkte Möglichkeit für mobilitätseingeschränkte Menschen gab das Gleis zu wechseln. Satt 100m mit Treppe - Tunnel - Treppe, waren es 500+ m mit Bahnhof raus - Fußweg - Bahnübergang Straße - Fußweg - Bahnhof rein. Am Ende ist man froh überhaupt angekommen zu sein. Darauf sollte man sich zunächst fokussieren und alles erreichbar machen wo es sinnvoll möglich ist. Darauf lässt sich dann aufbauen.

    Umlaute sind ueberbewertet!

  • Ich glaube, dass ich von etwas anderen als Du bei dem Begriff "Rampe" ausgegangen bin.

    Ich stellte mir so eine Art Plattformlift ohne Verglasung vor, der anstelle der Glaswände andere Begrenzungsflächen z. B. Gitterelemente hat, also viele offene Flächen hat.

    Ich vermute, dass Du unter Rampen im Bahnhofsbereich etwas anderes meinst.

  • Glück auf

    Warum Aufzüge statt Rampen?

    So komisch das klingt, aber ich könnte mir als Grund gegen Rampen und für Fahrstühle auch den Platzbedarf vorstellen.
    Bei einer max. Steigung von 6% muß die Rampe schon verdammt lang sein um 20m Höhenunterschied zu überwinden (ca. 350m) und das ist schon eine ganz schöne Konstruktion. Wobei die 20m nur geschätzt sind, manche U-Bahn Stationen liegen schon ziemlich tief. Da ist ein Fahrstuhl von der Stange eventuell billiger (ohne Folgekosten).

    per aspera ad astra

  • Ich bin auch für Aufzüge. Vielleicht, wäre die Benützung nur mit Euro Schlüssel eine mögliche Lösung, zumindest würde dies Vandalismus und Missbrauch einschränken:/

    Aber was tun Personen mit Kinderwagen, schweren Gepäck oder so :/

    Es ist schwer eine Lösung zu finden ( Aufzugswärter bei der Bahn/Stadtwerken:D)

  • Eventuell könnte man einen arbeitslosen Schönheitschirurgen hinstellen. Als "Liftboy" 😁😁😁

    Botox to go, äh, to roll bei falten und Spastiken ... ^^

    Liebe Grüße von Manu

    Denke nicht an das Gewinnen, doch denke darüber nach, wie man nicht verliert.

    Gichin Funakoshi

  • Wenn man Alleine ist, kann man nur auf die Hilfe Fremder bauen. Ansonsten gehören kaputte Aufzüge und allgemein fehlende Barrierefreiheit zum Alltag.

    Ich bin ganz auf den Rollstuhl angewiesen und mich bekommt niemand mehr, absolut niemand mehr in die Öffis rein. Zumal ich auch auf Anhieb nie direkt da raus käme, wo ich hin will.

    Alternative? Auto oder Fahrdienste ...

    Ist das inzwischen so schlimm?

    Das Problem der kaputten Aufzüge war mir nie bewußt, weil ich vor 10 Jahren, als ich noch (ohne Rollstuhl) Bahn gefahren bin, ganz selten mal einen Aufzug benützte.

    Ich bin mit Rollstuhl, den ich erst seit 4 Monaten habe, noch nicht auf einem Bahnhof unterwegs gewesen, weil bereits der Weg zum Bahnhof mit Rollstuhl allein (und ohne Ladevorrichtung im Auto) nicht zu schaffen wäre.

    Ich dachte, dass ich VIELLEICHT, wenn ich irgendwann eine Ladevorrichtung habe, mit der Bahn zu Ärzten in größeren Städten kommen könnte oder auch nur mit der Bahn eine private Fahrt machen könnte.

    Wenn ich dabei aber auf kaputte Aufzüge treffen würde, wäre es schnell vorbei mit dem Bahnfahren.Ich stelle es mir ungeheuer stressig vor, wenn man wegen eines kaputten Aufzuges, einen Arzttermin versäumt - was aber bei der Bahn auch schon wegen der Verspätungen der Bahn sicher leicht möglich ist.

    Fährt hier denn eine/r aus dem Forum mit der Bahn zu Ärzten, die vom Wohnort, 40 oder mehr Kilometer entfernt sind? Wenn ja, schafft man es, Termine einzuhalten?

  • Bei einer max. Steigung von 6% muß die Rampe schon verdammt lang sein um 20m Höhenunterschied zu überwinden (ca. 350m) und das ist schon eine ganz schöne Konstruktion.

    Das ist richtig. Das ist auch oft unrealistisch und dort sollte ein Fahrstuhl verbaut werden.

    Mir geht es eher um "eine halbe Etage" und darum, dass Betreiber (beliebiger Ort) oft nicht einsehen sich deswegen einen Lift einzubauen. Rampen sind da eine Variante die viele Anforderungen erfüllt, aber zu oft nicht vorhanden. Oder generell der "Plan B", ich bin schon über viele Hintereingänge, einige Lastenaufzüge und Umwege stufenlos zu meinem Ziel gekommen. Wie Klaus auch von dem Personal schreibt, oft genügt eine empathische Person, die versucht das Problem zu verstehen und eine Lösung zu finden. Umstände und Umwege nehme ich gern in kauf. Ich sitz ja in nem Rollstuhl und nicht in der Sänfte.

    Fährt hier denn eine/r aus dem Forum mit der Bahn zu Ärzten, die vom Wohnort, 40 oder mehr Kilometer entfernt sind? Wenn ja, schafft man es, Termine einzuhalten?

    Ich hatte schon einige Termine die ich mit der Bahn erreicht habe. Da man seine barrierefreie Reisen vorher anmelden sollte ist das meist unproblematisch. Der Service checkt zeitnah den Betrieb der Fahrstühle und man kann angeben ob man eine Servicekraft zum "verladen" braucht, die bei mir auch immer da war wenn gefragt. Der Schaffner weiß das auch schon vorher und und und.

    Bei gewissen Zügen, wie z.B. ICE, braucht man immer Unterstützung vom Personal am Bahnhof, da es nur per Hubplatform in den Zug geht.

    Den Status der Aufzüge kann man auch selber checken. Beziehungweise die barrierefreie Ausstattung. Schief kann da einiges gehen, man muss sich darauf einlassen, planen und überwiegend klappt das meiste. Wenn man alles auf Kante näht, kann es leicht in die Hose gehen.

    OT:
    Thema Verspätungen.

    Umlaute sind ueberbewertet!

  • ich bin schon über viele Hintereingänge, einige Lastenaufzüge und Umwege stufenlos zu meinem Ziel gekommen.

    Ich weigere mich oft Hintereingänge oder so was zu benutzen. Ich sehe es nicht ein verschämt und ungeliebt wie ein Möbelstück durch den Hintereingang geschoben zu werden. So was muss im 21 Jhd. echt nicht mehr sein. Ich habe echt keinen Grund mich dauernd zu kasteien.

    per aspera ad astra

  • So was muss im 21 Jhd. echt nicht mehr sein.

    Dem stimme ich eingeschränkt zu, in einem sehr wohlhabenden Staat könnte das besser laufen. Bei der Verweigerung sehe ich mich aber nicht. Die Leute die da helfen gaben mir eigentlich noch nie ein schlechtes Gefühl der Herabwürdigung o.Ä.. Im Gegenteil, manchmal kommt man ins Gespräch oder der Hintereingang führt durch den Backstage Bereich. Solange eine Tür aufgeht wenn eine zu geht ist für mich alles ok.

    Die Sesselfurzer die das Geld "verteilen" scheint das halt nicht so zu interessieren. Ich sehe es nicht ein durch meine Abwesenheit deren Auffassung zu verstärken.

    Umlaute sind ueberbewertet!

  • Glück auf

    Die Leute die da helfen gaben mir eigentlich noch nie ein schlechtes Gefühl

    Stimmt, die Leute sind die letzten in der Kette, und oft auch ziemlich beschämt.

    Aber wenn wir uns sowas gefallen lassen heißt es dann immer "es geht doch".
    Ich will aber nicht ein "irgendwie" sein. Ich bin ein normaler Mensch der im Rollstuhl sitzt.
    Ich kenne öffentliche Gebäude die haben 3 verschiedene Toiletten, Mann, Frau, div und eine Unisex-Rumpelkammer für behinderte.

    Vor ein paar Jahren wollte ich mal in eine Ausstellung die hier an 3 Standorten stattfand.
    Dresden hab ich nicht geschafft, bei Leipzig kam Corrona dazwischen und Erfurt wurde der Veranstaltungsort verlegt und der neue war nicht mehr barrierefrei. Ein Teil der Ausstellung war im 1. Stock und dieser war nur über Treppen erreichbar.
    Da können sie gleich ein Schild am Eingang anbringen "Rollstuhlfahrer nicht erwünscht"
    Auf Nachfrage beim Veranstalter erhielt ich zur Antwort
    "Wichtig was uns, das der neue Veranstaltungsort besser zum Thema der Ausstellung passt".
    Häää, was,<X

    Das Smiley gibt meine Meinung nur im Ansatz wieder.
    Bitte entschuldigt, aber bei sowas könnt ich über sieben Beet kotzen.

    Jens

    per aspera ad astra

  • Ein Teil der Ausstellung war im 1. Stock und dieser war nur über Treppen erreichbar.

    Das ist halt ein Beispiel für Rücksichtslosigkeit und "Wichtig was uns, das der neue Veranstaltungsort besser zum Thema der Ausstellung passt" könnte so ein Sesselfurzer Spruch sein.

    Den Hintereingang gab es halt nicht.

    Gegenbeispiel: Bei uns gibt es einen Club, der berrierefrei nahezu nicht zu erreichen ist/war. Toiletten - naja Nachtclub halt, Eingang nur über Treppe im Außenbereich. Dieses Jahr haben sie ne Toilette eingebaut, an die man per Euro-Schlüssel öffnet - quasi neuwertig. Den Eingang muss man im Rolli bypassen über die Haupteinfahrt mit jemanden vom Personal.
    Ich bin froh dort seit Jahren wieder auftauchen zu können. Sollen die jetzt den Besuchereingang in die Haupteinfahrt verlegen? Wegen uns? Einen Fahrstuhl und großzügige Umbaumaßnahmen können die sich sicher nicht leisten.

    Umlaute sind ueberbewertet!

  • Ich will aber nicht nur meckern.

    Es gibt auch sehr viel gute Beispiele. Als ich vor Jahren bei mir den Eingang umbauen musste um einen plattformlift zu installieren, stellte sich heraus, dass der Anschluss zum Fußweg nicht passte. Ich wollte daraufhin in der Stadt fragen, ob ich den Fußweg ändern könnte. Innerhalb von zwei Tagen übernahm die Stadt die Arbeiten selber.

    Die Arztpraxen die in städtischen Häusern untergebracht sind verfügen alle über einen rollstuhlgerechten Zugang. Teilweise mit Plattformlift, aber immerhin.

    Da die Mitarbeiter im Rathaus wissen dass man mit dem Rollstuhl nicht reinkommt, sind sie wirklich sehr bemüht das zu kompensieren. Sie kommen nach Hause bzw trifft sich auf einem Parkplatz.

    Ob ich mir gute oder schlechte Erfahrungen gesammelt habe müsste ich mal überprüfen.

    per aspera ad astra

    Edited once, last by Vogt (September 30, 2025 at 5:01 PM).