Hallo zusammen,
ich habe kürzlich über die Möglichkeiten der nicht-invasiven Hirnstimulation bei Ataxie recherchiert – insbesondere zur seltenen Form AOA2 (Ataxie mit okulärer Apraxie Typ 2).
Laut aktuellen Studien können Verfahren wie transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) und transkranielle Wechselstromstimulation (tACS) die Symptome signifikant lindern.
Hat jemand von euch persönliche Erfahrungen mit diesen Methoden – sei es bei AOA2 oder anderen Ataxie-Formen? Würde mich sehr über Austausch freuen!
Hier die Infos welche ich dazu gefunden habe:
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Dieser Bericht fasst die aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit von tACS bei AOA2 zusammen und diskutiert potenzielle Mechanismen sowie klinisch beobachtbare Effekte.
Neurophysiologische Grundlagen der tACS
tACS appliziert schwache Wechselströme über der Schädeloberfläche, um die kortikale Erregbarkeit zu modulieren. Im Gegensatz zur transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) induziert tACS oszillatorische Aktivität, die mit endogenen Hirnrhythmen synchronisiert werden kann[4][5]. Bei zerebellären Ataxien zielt die Stimulation typischerweise auf den posterolateralen Kleinhirnbereich ab, um die gestörte Kommunikation zwischen Kleinhirn, Basalganglien und motorischem Kortex zu normalisieren[5][6].
Klinische Studien zur tACS bei AOA2
Fallstudie mit Langzeitmonitoring
Eine 2024 publizierte Einzelfallstudie dokumentierte bei einem AOA2-Patienten nach vierwöchiger tACS-Behandlung (40 Minuten/Tag, 50 Hz Gamma-Frequenz) folgende Effekte[7][8]:
- ICARS-Score: Reduktion von 38 auf 22 Punkte (-42%)
- SARA-Score: Verbesserung von 16 auf 9 Punkte (-44%)
- 9-Hole Peg Test: Steigerung der Geschwindigkeit um 30%
- fNIRS-Messungen: Normalisierung der fronto-zerebellären funktionellen Konnektivität
Die Symptomverbesserung persistierte über den einmonatigen Nachbeobachtungszeitraum, was auf neuroplastische Anpassungen hindeutet. Bemerkenswert war die Regression der okulomotorischen Apraxie, die in 47% der AOA2-Fälle auftritt[1][3].
Vergleichsstudie tACS vs. tDCS
Eine randomisierte Triple-Crossover-Studie (2023) an 26 Ataxiepatienten (inkl. AOA2) zeigte[5]:
- Gangparameter:
- Kadenzsteigerung: +12,5 Schritte/Minute (tACS) vs. +18,2 (tDCS)
- Drehgeschwindigkeit: +15,7°/s (tACS) vs. +21,3°/s (tDCS)
- Klinische Scores:
- SARA: -2,1 Punkte (tACS) vs. -3,4 (tDCS)
- ICARS: -6,8 vs. -9,2 Punkte
Obwohl tDCS überlegene Effekte zeigte, bewirkte tACS signifikante Verbesserungen gegenüber Sham-Stimulation (p<0,01). Die kombinierte Anwendung beider Verfahren wird aktuell in Phase-II-Studien untersucht[4].
Pathomechanismen und Biomarker
Elektrophysiologische Begleituntersuchungen offenbarten:
- Cerebellar Brain Inhibition (CBI): Zunahme der inhibitorischen Projektionen vom Kleinhirn zum Motorkortex um 38%[5]
- Blinkreflex-Konditionierung: Verbesserte Assoziationslernen-Raten um 22%[9]
- fMRI-Connectivity: Reorganisation des Dentato-Thalamo-Kortikalen Schaltkreises[8]
Diese Befunde stützen die Hypothese, dass tACS sowohl lokale zerebelläre Plastizität als auch globale Netzwerkanpassungen induziert.
- https://epub.uni-luebeck.de/bitstreams/bf6…4c14d1/download
- https://repository.ubn.ru.nl/bitstream/hand…93525/93525.pdf
- https://www.ruhr-uni-bochum.de/mhg/molgen_aoa2.php
- https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10172579/
- https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37349632/
- https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7864859/
- https://www.springermedizin.de/transcranial-a…with-a/26344510
- https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37993636/
- https://drks.de/search/de/trial/DRKS00017021
- https://register.awmf.org/assets/guideli…ers_2024-02.pdf
PS: wünsche euch allen ein schönes Wochenende! ![]()