Ein neuer Lebensabschnitt!

  • In Zwei Wochen beginnt bei uns in Wien nach 9 Wochen Ferien wieder die Schule. Für Philipp bedeutete der Abschied von seiner Schule aber auch dass er damit alle wichtigen sozialen Kontakte ausserhalb der Familie verlor.


    In Zwei Wochen soll für ihn ein neuer Lebensabschnitt in einer sogenannten Lehrwerkstätte für behinderte Jugendliche beginnen. Alles ist vorbereitet. Der Fahrtendienst ist bestellt. Er hatte die Möglichkeit schon vor einigen Monaten dort hineinzuschnuppern.

    Um so näher der Zeitpunkt heranrückt, um so deutlicher wird mir bewusst dass ich mir gar keine Hoffnung machen brauche. Er wird niiiiiiemals dort hin gehen.
    Nachdem er sich jetzt zwei Monate zu hause vergraben hatte, den Kontakt mit jeden Aussenstehenden mied, den Rolli nicht mal anschaute, brauch ich mir doch gar keine Hoffnung mehr machen. Ohne Rolli kommt er ja nicht mal mehr aus dem Haus.
    Dabei sehe ich es als Chance für ihn wieder ins Leben zurückzufinden. Eine Chance die er jetzt nützen muss. Er muss einfach wieder lernen Kontakte aufzubauen.
    Um so näher der Zeitpunkt rückt um so mehr schwindet meine Hoffnung dass er seine Chance nützt. Ich kann ihn doch nicht einfach zu hause lassen. Das geht doch nicht. Aber ich kann ihn auch nicht mit Gewalt hinbringen.
    Ich bin einfach toooooootal hilflos.:(:(
    Bis jetzt hab ich mir immer noch gesagt der schafft das schon. Hatte immer noch Hoffnung.... aber jetzt....jetzt.... krieg ich eine sch.....Angst vor dem Tag.:(

  • Hi Rita


    das ist wirklich ne vertrackte Situation.
    Geht Phillip wenigstens mit dem PC um und ins Internet?
    Vielleicht gibts du ihm mal die Geschichte von Rupert aus der Schweiz:
    Rupert bei babelFAmily als Anregung.
    Drück dir alle 4 Daumen

    LG Ecki
    ======================================
    Fang NIE an Aufzuhören
    aber hör NIE auf Anzufangen!!

    =================================:confused: ==

  • hallo rita

    das ist einfach nur eine große sch... und deine angst versteh ich. :mad::mad:nein mit gewalt kannst du ihn nicht hinschicken, also bleibt dir nur die hoffnung, die hoffnung, das er irgendwann die krankheit und den rolli annimmt.
    ich drücke dir und phil die daumen , das alles gut wird.
    fühl dich ganz fest gedrückt
    alles liebe bine

  • Hallo Rita,
    das mit Philipp ist ja echt eine schwierige Situation.
    Ich wünsche Dir alles Glück dieser Welt, daß sich alles zum Guten wendet. Da komme ich mir mit meinen kleinen Problemchen echt mies vor.

    LG Antje
    =====================:)===
    Geht nicht, gibts nicht!
    ==========================

  • Danke!
    Würde jetzt gerne mit euch Dreien gemütlich zusammensitzen.:)

  • Liebe Rita,
    so ähnlich ging es uns mit unserem Sohn auch vor ein paar Jahren. Die Werkstatt wurde besichtigt, wochenlang redeten wir uns die Münder fusselig, aber als er dann fahren sollte - nichts ging mehr!
    Uns rettete der Leiter der Einrichtung!
    Wir riefen an, um mitzuteilen, dass unser Sohn doch nicht käme. Dann sprach er mit unserem bockigen jungen Mann, schnauzte ihn an und -oh Wunder- der stand auf und war bereit!!!:eek:


    Also Mama und Papa, mit denen kann man es ja machen. Aber so ein fremder Mensch, da ist es dann doch peinlich, wie verstockt, babyhaft, man sich anstellt.


    Außerdem wurde unserem Sohn noch mal von oberster Stelle versichert, dass er jederzeit wieder gehen könnte. Das war auch ganz wichtig für ihn.
    Mittlerweile fühlt er sich dort wohl und hat viel mehr Kontakte zu Gleichaltrigen. Ständig wird etwas unternommen!


    Mit Phillip klappt es bestimmt auch! Keine Sorge, er muß nur die ersten Tage durchstehen. Vielleicht versprecht ihr ihm etwas nach einer bestimmten Zeit ?;)
    Hoffentlich schafft ihr es ohne ein Telefonat mit ganz oben!!


    LG
    Dani

  • ... shit, aber vielleicht überrascht er dich total und kriegt die runde, es bedeutet ja auch eine chance auf eigenständiges leben, die möglichkeit mit den fähigkeiten die man hat was erreichen zu können, eine freundin zu finden und auch den schritt zur eigenen wohnung zu wagen ... ich wünsch mir sehr das er sich selbst überwindet, hier in essen gibt es ganz tolle wohnformen für menschen mit behinderungen, egal welcher art, ich selber lebe seit 2oo4 in einem betreutem wohnprojekt, aber das nur nebenbei ... und kann den bammel deines sohnes sehr gut nachvollziehen, vielleicht quält ihn auch die frage ob es sinn macht etwas zu lernen wenn eh alles schlechter wird, aber alles macht sinn wenn man sagen kann "he, ich mach es, besser als rumsitzen ist es allemal" ... und er kann später zurückblicken und sagen: wow, das hab ich gemacht ! cool ...
    ich weiß nicht ob ich damit helfen konnte, letzendlich muß er wollen und ich kann verstehn wenn er sich schwertut ...
    alles liebe von
    manuela

  • Hallo :) Rita,
    ich drücke dir und Philipp ganz toll die Daumen, denke
    das Dani Recht hat und vielleicht sollte er erstmal reinschnuppern*,
    dieses Wissen jederzeit aufhören zu können ist total wichtig und dort
    gibt es ja auch Kontakt zu anderen denen es ebenso geht.


    liebe Grüße an dich und Phillip von Bernd




    * hineinschnuppern indem er einige Tage dort ist,
    meine es nicht so wie du schriebst das er sich mal alles angesehen und reingeschnuppert hat.

    Der kürzeste Weg zwischen den Menschen ist ein Lächeln!!!

    Edited 2 times, last by Bernd ().

  • Hi Rita,

    Deine Angst dass Phillip sich immer mehr zurückzieht und irgendwann alle Kontakte nach außen abbricht bzw. überhaupt keine Kontakte mehr aufnimmt kann ich sehr gut verstehen. Was man mit Isolation alles aufgibt ist Dir sicherlich bewußt, darum werde ich es hier nicht weiter aufzählen.
    Vielleicht macht Dir der hier geschriebene Mut, dass es doch klappen könnte, dann wäre wenigstens etwas Gutes dabei rausgekommen. Wichtige wäre allerdings Phillip aufzuzeigen was er durch seine Isolation alles verliert. Mit Freunden kann man einfach mehr unternehmen und bereden als mit (sorry) Eltern. Um gute Freunde zu bekommen muß man eben auch selber etwas tun.
    Aber ich denke das hast Du mit ihm schon alles besprochen.
    Den Beitrag von Dani find ich in der Hinsicht sehr positiv und vielleicht wäre er auch eine Anregung für Dich mal eine fremde Person mit ihm reden zu lassen.
    So bleibt mir nichts anderes übrig als Dir und Phillip alles Gute zu wünschen, auch wenn es mir schwer fällt nur zu schreiben ohne damit direkt etwas zu bewirken. Ich finde es einfach immer sehr traurig wenn sich jemand in sich selbst zurückzieht, denn dadurch geht wieder ein Mensch der Allgemeinheit verloren. Jemand der mit seinen Ideen und seiner Persönlichkeit die er einbringt doch das Leben erst Vielfältig macht.

    Schöne Grüße, Jens

    per aspera ad astra

  • Danke...danke Euch allen für die netten Worte!:)

  • Liebe Rita,


    habt Ihr vielleicht schon mal daran gedacht Euch professionelle psychologische Hilfe ins Haus zu holen? Denn ich kann mir vorstellen, dass je länger Phillip sich isoliert und keinen mehr an sich ran lässt, desto schwerer wird es ihn aus diesem Tief heraus zu holen.


    Liebe Grüsse und eine dicke Umarmung
    Marion

    Liebe Grüsse
    Marion


    Verliere Dich nicht in Erinnerungen.
    Träume nicht von der Zukunft.
    Konzentriere Deinen Geist ganz auf die Gegenwart.
    (Buddha)

  • Das macht mich auch alles sehr betroffen.......leider weiss ich auch keinen guten Rat.........ich drück Dir die Daumen, dass er es sich vielleicht doch noch überlegt.........er kann es doch wenigstens versuchen.......sich zurückziehen kann er ja dann immer noch.........

  • ... ich kann lisa. zustimmen, weil ich glaube, grade weil er noch so jung ist hat er jetzt noch mehr chancen als wir "alten" um sich selbst und der krankheit stellen zu können und noch was aus dem leben rauszuholen, ich bin seit 2 jahren in einer verhaltenstherapie weil ich es anders wohl kaum gepackt hätte aus meiner eigenen isolation wieder rauszukommen und da braucht er vielleicht wirklich hilfe aus dieser richtung ... kann das auch ne depression bei ihm sein ? weil ich glaub da sollte vielleicht der neurologe mal näher kucken, der oder die müßte das einschätzen können ...

  • Hi,
    schon schade dass man in jungen Jahren so schnell aufgibt.

    Lass IHN mal die Antworten lesen,
    vielleicht merkt er dann was er fürn Mist baut.

    Gruß

    Man darf alles sagen was man denkt, aber man muss das Richtige denken.
    Behindert ist man nicht, man wird es.

    Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zuviel Zeit, die wir nicht nutzen.

  • So!!!!!!!!!!!
    Jetzt hab ich mal Klartext mit meinen Söhnchen gesprochen.
    Und er war so überrumpelt, daß er nicht mal abhauen konnte.
    Aber ich hab ihm klar und deutlich gesagt, dass er so nicht weiter machen kann. Ich hab ihm gesagt er hat genau zwei Möglichkeiten. Entweder er schmeisst sich jetzt mal in seinen Rolli und fährt da hinaus in die Welt, und macht das Beste aus seinen Leben. Jetzt bietet sich für ihn ja die beste Gelegenheit,in der neuen Institution kennt ihn ja noch keiner.Dort kennt ihn niemand ohne Rolli. Oder er vergräbt sich weiterhin zu Hause. Aber dann ist sein Leben sowieso gelaufen.
    Er soll sich das überlegen und mir dann mitteilen was er tun möchte.
    Aber diese ständige hinhalten und keine klaren Entscheidungen das geht nicht.
    Böse Mutter? Egal:(
    Aber ich tu auch was. Ich werde all Eure Ratschläge überdenken und versuchen, das Beste rauszuholen.
    Danke und schönen Abend
    Rita

  • Hallo Rita,
    also Hut ab. Ich finde es toll, daß Du mal so mit deinem Sohn gesprochen hast.
    Ich wünsche Dir so sehr,daß er jetzt endlich aufwacht.
    Ich drück Dir alle Daumen.

    LG Antje
    =====================:)===
    Geht nicht, gibts nicht!
    ==========================

    Edited once, last by angie ().

  • Respekt vor Deiner „Tat“ Rita.
    Wenn Wien nicht so weit wäre würde ich eventuell kommen und mit ihm zusammen die ersten „Rollversuche“ in der Öffentlichkeit machen. Dann würde er sehr schnell merken das niemand von einem Rolli-Fahrer Notiz(leider oder Gott sei dank).
    Wir leben im 21. Jahrhundert, da hat man sich an so was gewöhnt. Die einzigen die schauen sind neugierige Kinder, aber die ohne einen zu bewerten (merk ich selber bei schulischen Veranstaltungen meiner Tochter), und dann gafft allerdings noch der Dortftrottel, aber da muß man drüber stehen.
    Viele Leute sind sogar bereit einem wenn man sie anspricht. Am ehesten die wo man es am wenigstens erwartet.
    Sehr gut find ich Deinen Hinweis dass ihn dort keiner ohne Rolli kennt.
    Das ist die Chance.
    Er braucht sich nicht zu schämen und er wird auch nicht dauernd an die Zeit erinnert wo er noch keinen Rolli brauchte.
    Wie Du geschrieben hast wäre das eine Einrichtung für behinderte Jugendliche. Die bewegen sich seit Jahren in der Behindertenszene, für die sind Leute im Rollstuhl so normal wie Leute mit Schuhen. Wenn sie erstmal gemerkt haben das er gelegentlich aufs Knie aber nie auf den Kopf fällt (geht mir immer so) werden sie ihn ganz schnell akzeptieren.

    Ich drücke Dir und vor allem Phillip ganz fest die Daumen.

    Schöne Grüße, Jens

    per aspera ad astra

  • hi liebe Rita,

    du bist garantiert keine böse Mutter...im Gegenteil,
    denn nur eine gute Mutter redet so ein Machtwort mit ihrem Kind.
    Ich glaube es ist der einzigste Weg in aus seiner Isolation herauszuholen.
    Es ist bestimmt schwer für dich aber du wirst sehen es wirkt Wunder,
    wenn er nicht immer mit Samhandschuhen angefaßt wird,sondern ihm genaue Richtlinien aufweist.
    Wenn er erstmal dort ist wird er seinen eigenen selbtbewußten Weg fiinden..

    Viel Glück

    Petra

    bacio da bionda

  • liebe rita, ich kann dir gar nicht sagen, wie ich mich in dich hineinversetzen kann, mir hat der oberarzt gesagt, ich kann mich wahrscheinlich drauf gefasst machen, dass meine tochter(10) in ca. 10 jahren auch im rollstuhl sitzt.
    die tochter von meinen mann arbeitet seit august in einer behindertenwerkstatt in krumbach-verein lebenslicht, ich kann dir sagen, sie ist 18 jahre und der grund, warum sie noch dort ist, sind die jungs.
    die arbeit gefällt ihr überhaupt nicht und die betreuer sind sowieso alle blöd, naja, man hats net leicht.
    jetzt am wochenende fahrens mit der gruppe an den stubenberg see für eine woche, sie fährt mit, obwohl sie eh schon wieder net richtig will.
    ich denke aber, dass sie in einer gruppe zum ersten mal akzeptiert wird, so wie sie ist, sonst zuhause war nur die isolation.
    meine tochter freut sich schon so auf die schule, endlich wieder freunde:-)
    ich habe dir mal selbsthilfegruppen "ergoogelt", vielleicht passt es ja?
    http://www.netdoktor.at/wegwei…rung_geistig_koerperlich/

    liebe rita, ich fürchte, da als mama ist man zu sehr gefordert, ich kann dir nur sagen, ich "alte" bin nicht bereit, in unserem sch....ort mit dem rolli zu fahren, da alle einem nur immer das schlechteste wünschen, bei uns sind schon manche verstorben, die heute noch leben, der tratsch is enorm hoch, da fahre ich lieber in die stadt mit meinem mann. ich kann nachvollziehen, wie sich phillip gegenüber den menschen fühlt, die ihn nur ohne rolli kennen, es ist sag ma mal, ein einfach gestricktes denkmuster, leider.
    schicke dir liebe grüße vom nachbarbundesland, ilse

    „Ich finde, neben der Unwissenheit ist die Gleichgültigkeit das größte Übel auf der Welt.“